Metaller aus Leidenschaft



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Ein Azubi restauriert ein jahrhundertealtes Denkmal in Brandenburg: klingt ungewöhnlich? Nein, für Lukas Wunderlich war dies ein monatelanger Arbeitsalltag. Nebenbei hat er auch noch den ersten Platz bei „Jugend schweißt“ erreicht und alle Ausbildungsstationen bei Metallbau Windeck durchlaufen: eben ganz ein Mann mit Metall im Blut.

Metallbauer? Eigentlich hatte Lukas Wunderlich nie über diesen Berufszweig nachgedacht, als seine Schulzeit 2016 zu Ende ging. Eine Tischlerlehre oder „irgendetwas Handwerkliches“ hatte er sich überlegt, doch dann machte ihn seine Mutter auf die Ausschreibung von Metallbau Windeck in Kloster Lehnin vor den Toren Berlins aufmerksam. Weil er schon immer viel mit dem Opa in der Werkstatt gestanden hatte und handwerkliches Geschick mitbrachte, lieferte er beim Probearbeiten ein super Bild ab. Ein echter Glückstreffer für den Traditionsbetrieb Windeck, der sofort Nägel mit Köpfen machte: Am 1. September 2016 startete Lukas seine Ausbildung als Metallbauer.

Ein Talent für die Stahlbearbeitung

Steckbrief

  • Lukas Wunderlich
  • Metallbauer
  • Metallbau Windeck GmbH
  • www.metallbau-windeck.de

„Jeder Auszubildende hat seinen Charakter und seine handwerklichen Stärken. Diese wollen wir zum Tragen bringen, damit sich jeder wohlfühlt und Spaß an der Arbeit hat“, erzählt Ausbildungsleiterin Sandra Damaschke. Bei Lukas wurde schnell klar, dass er ein erlesenes Talent im Umgang mit Metall ist. Ob Feilen, Schweißen oder Schneiden, er weiß sehr gut mit Stahl umzugehen und lernt schnell dazu.

„Von den erfahrenen Metallbauern kann man sich vieles abschauen, und bei uns im Betrieb nehmen sich die Ausbilder viel Zeit, um alles genau zu erklären“, erzählt er. Edelstahl ist mittlerweile sein Lieblingsmaterial, weil es so hochwertig ist und eine unvergleichliche Optik hat.

Für Lukas steht aktuell die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung an. Als Lehrling im dritten Lehrjahr hat er alle wichtigen Arbeitsschritte und –verfahren im Betrieb schon kennengelernt. Und weil er in der Zwischenprüfung schon sehr gut abgeschnitten hat, macht er sich wenig Sorgen. Seine Ausbilder übrigens auch nicht, schließlich hat Lukas schon tolle Projekte absolviert.

Im Betrieb fühlt sich der 20-Jährige übrigens sehr wohl: Im Kollegenkreis nimmt man sich Zeit füreinander, Fragen werden beantwortet, und auch für soziale Events neben der Arbeit wird gesorgt.

1. Platz bei Jugend schweißt

„Mach doch mal mit.“ Mit diesen Worten brachte sein Ausbilder Lukas auf die Idee, beim Wettbewerb „Jugend schweißt“ mitzumachen. Auf Bezirksebene stellte er sich mit dem WIG-Schweißverfahren der Konkurrenz und landete auf dem ersten Platz. Auf Landesebene konnte er später den dritten Platz erreichen. Für ihn selbst eine wichtige Erfahrung, wie er erzählt. „Ich hab mich dadurch stark weiterentwickelt und viel beim Schweißverfahren gelernt. Ein Zertifikat über die Schweißerprüfung gab es zudem noch oben drauf.“

Das erste Geländer

Dass man als Auszubildender nicht nur an Probestücken feilt, sondern eigene Projekte übernehmen kann, wurde für Lukas schnell Realität. Sein erstes eigenes Projekt war ein Edelstahlhandlauf für den Hauseingang eines älteren Ehepaars. Diesen fertigte er aus Rundstahl, der zugeschnitten und anschließend verschweißt wurde. Viel Aufwand betrieb Lukas auch beim Schleifen der Schweißkanten und dem anschließenden Polieren des Geländers – der Griff sollte ja perfekt sein. Auch die Montage führte er aus und freute sich zusammen mit den Auftraggebern über das tolle Ergebnis.

Bröse-Denkmal

Eine wirklich herausragende Leistung zeigte Lukas bei der Restauration des Bröse-Denkmals im Brandenburger Krugpark. Das Guss-Denkmal war stark verrostet und durch die Jahrzehnte verwittert. Eine Fördergemeinschaft sammelte 10.000 Euro, um die Restauration zu ermöglichen, und hier kam Lukas in Spiel. Über Wochen arbeitete er an der Restauration des Denkmals, erneuerte beschädigte Stellen und arbeitete mit alten Verfahrenstechniken. Eine gestalterische Aufgabe, die ihn mit viel Freude erfüllte. Und nicht zuletzt gab es großen Applaus, als Lukas bei der Aufstellung des Denkmals den Kran koordinierte. Schließlich ist das Denkmal jetzt wieder fit für die nächsten hundert Jahre.