Stegerer Metallbau

3D-Scanner oder Augmented Reality: was bei vielen Handwerkern noch Zukunftsmusik ist, ist bei Stegerer Metallbau längst Realität. Das liegt am Technik-Nerd und Chef Ingo Lederer, der nicht nur die Bildschirm-Eskalation auf seinem Schreibtisch liebt, sondern jeden Schritt im Betriebsablauf digitalisieren will.

Als Azubi bei Mr. Digital

Ein bisschen Computerverrückt sollte schon sein, wer bei Ingo in die Ausbildung startet. Da ist sich auch Auszubildender Konstantin sicher. Schließlich gilt das Credo des Chefs: Meterstab und Stift waren gestern, heute gibt es Laserscans und CAD-Programme. Und auch wenn in der Werkstatt nach wie vor Treppen, Geländer oder Balkone händisch zusammengeschweißt werden, läuft im Büro eben kaum mehr etwas analog.

Dass Ingo Lederer Spaß an Technik hat, wird schon an seinem Arbeitsplatz sichtbar.

Vorteile für den Kunden

Schon vor mehr als zehn Jahren hat Ingo Lederer damit begonnen, Konstruktionen als Fotomontagen darzustellen. Der 36-Jährige ist seit 10 Jahren Geschäftsführer der Stegerer GmbH Metallbau. Seitdem steuert er das Unternehmen zusammen mit Betriebsleiter Alexander Artes konsequent in Richtung Digitalisierung. Schon durch die Fotomontagen konnte „der Kunde das Bauteil wirklich an seinem Haus sehen, bevor wir auch nur eine Minute in der Werkstatt gestanden hatten“, erinnert er sich. Ein richtiger Meilenstein gelang dann 2012 mittels parametrischer 3D-Konstruktion. Erstellt wurde ein reales 3D-Objekt, das sich im Raum bewegt und von allen Seiten betrachtet werden kann.

Seitdem wird eifrig daran gearbeitet, die Visualisierung von Bauteilen weiter zu verbessern. Da ist es natürlich klar, dass alle Mitarbeiter in der Konstruktion mit der neuesten Software und vielen technischen Innovationen arbeiten. Das Aufmaß erfolgt per 3D-Scanner, der Punktewolken erzeugt, die dann im CAD-Programm in eine dreidimensionale Zeichnung umgesetzt werden.

Damit die Kunden davon auch etwas zu sehen bekommen, kann die Konstruktion per 3D-Drucker als Modell gefertigt werden oder in die Augmented-Reality-Brille übertragen werden.

Auftretende Fragen löst das Team von Ingo direkt im digitalen Raum.

Computergestützte Wahrnehmung

„Mit Hilfe der Augmented-Reality-Technologie können dreidimensionale virtuelle Objekte in die direkte Umgebung eingeblendet werden“, erläutert Ingo. So kann sich der Kunde vor sein Haus stellen und auf Fingerzeig den neuen Balkon virtuell ins Bild einblenden lassen. Das sorgt für eine viel bessere Vorstellung, ob das Objekt die richtigen Proportionen hat und auch wirklich optisch überzeugt.

Doch Ingo sieht im konsequenten Einsatz von Computern nicht nur Vorteile für die Außenwirkung, sprich den Kunden. „Wir sparen dadurch eine gesamte Abteilung ein: die Arbeitsvorbereitung. Im Programm sind Profile hinterlegt. Deshalb können auf Basis der Zeichnungen automatisch Stück- und Bestelllisten erstellt werden. Ändert der Konstrukteur in der Zeichnung ein Detail, findet sich diese Veränderung direkt in den Stücklisten und der Materialbestellung wieder. Auch der Arbeitsauftrag für die Monteure wird sofort angepasst.“

Die wichtigste Aufgabe der Werkstatt-Crew ist es dann, die Zeichnungen exakt umzusetzen. In der Werkstatt wird geschweißt, gesägt und gebohrt, die anderen Bearbeitungsschritte übernehmen Zulieferbetriebe aus der Region in Auftragsarbeit. Das reduziert bei Stegerer die Investitionen in den Maschinenpark.

Azubi Konstantin (rechts) holt sich Tipps zur CAD-Zeichnung.

Spaß an der Technik

Aber wieso investiert Ingo so viel Geld und Energie in digitale Prozesse? „Ich möchte effizienter Geld verdienen, und es macht einfach Spaß.“ Freimütig gibt er auch zu, dass er immer das neueste Spielzeug braucht. Das begeistert auch seine Mitarbeiter, doch völlig abgehoben wird bei Stegerer Metallbau dennoch nicht. „Alle Konstrukteure kennen den Werkstattbetrieb und müssen auch auf Montage“, macht Ingo deutlich. Ganz im Sinne einer zukunftsorientierten Ausbildung, die analog und digital verbindet.

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Firmenprofil

Sitz Regenstauf, Bayern
Geschäftsführung Ingo Lederer
Auszeichnung Top 100 Innovator